Stefan F. Gross – Life Excellence

Mai 28th, 2010

Das Buch „Life Excellence“ hält, was sein Untertitel verspricht: „Die Kunst, ein souveränes, erfolgreiches und glückliches Leben zu führen“ Es erschließt die Lebensfrage eines jeden und ist mehr als noch ein Buch über Selbstmanagement. Wir alle wollen ein rundherum zufriedenes, erfolgreiches Leben führen. Woran scheitern wir?Die meisten Menschen sehen nicht, dass die Sorge um ein solches Leben eine Daueraufgabe
ist.
Im ersten Abschnitt legt Gross die Messlatte fest: Was bedeutet eigentlich Lebenserfolg und Lebensglück? Und er legt sie sehr hoch. Mit dieser Frage bringt er die Langzeitperspektive ins Spiel, die in vielen vergleichbaren Büchern fehlt. Er bietet eine Definition an, baut einen großen Denkhorizont auf und fordert damit den Leser auf, sein eigenes Konzept zu überdenken. Treffend skizziert er mit reichlich Humor typische Szenen in den Lebensabschnitten des Menschen: Von Karriereträumen bis zu geplatzten Träumen. Im dritten Abschnitt beschreibt er Schlüsselfaktoren, die langfristigen Lebenserfolg ausmachen. Hier wird das Buch etwas nüchterner. Schließlich gibt Gross Hilfestellung für die praktische Umsetzung eines lebensorientierten Selbstkonzepts. Dieses beginnt zwangsläufig mit einer Selbstklärung, denen viele Schrittchen der persönlichen Kompetenzentwicklung folgen. Ja, viele Schrittchen, denn Lebenskunst als Weg zum Lebenserfolg sind nicht von heute auf  morgen zu erreichen.
Stefan Gross bleibt in seiner Darstellung ganz bodenständig und nachvollziehbar. Weder läppische Tipps, noch philosophische Ergüsse – beides sehr in Mode, finden sich in seinem Werk. In einfacher und klarer Sprache, Gross ist wohl nicht nur einer der besten Redner des Landes, mit treffenden ironischen Karikaturen versehen, schafft er für den Leser immer wieder Ankerpunkte, über die eigene Situation nachzudenken. Ob die zahlreichen Zusammenfassungen notwendig sind, um seinem konsequenten Denkmodell folgen zu können, lässt sich streiten. Dafür kann der  Leser mühelos in einzelne Kapitel einsteigen, die ihn gerade besonders interessieren. Somit ist dieses Werk ist ein echtes Handbuch fürs Leben!

Die Kunst, ein souveränes, erfolgreiches und glückliches Leben zu führen.
Hanser, München/Wien, 2004. 444 Seiten, 19,90 €.

Stefan Klein – Zeit. Der Stoff aus dem das Leben ist

Mai 28th, 2010

Neben den Lerchen gibt es auch Eulen – Menschen, deren Leistungshochs eben nicht am Vormittag liegen. Warum das so ist, erklärt Stefan Klein wissenschaftlich fundiert und doch gut verständlich und unterhaltsam geschrieben. Weiteren Phänomen in unserem Umgang mit Zeit geht Klein auf die Spur: Etwa dem „beklemmenden Gefühl der Zeitnot“ oder warum viele Renter glauben, keine Zeit zu haben oder der Entdeckung der inneren Zeit.

„Gleich, welcher Angelegenheit wir einen Augenblick widmen: Es geht uns für etwas anderes verloren“. Nun ja, wer über Zeit schreibt,
dem unterlaufen schon mal Plattitüden. Auch den Exkurs über die kosmische Dimension der Zeit sollten wir dem promovierten Biophysiker
Klein verzeihen.

Im Epilog fordert Klein mit Recht: Wir brauchen „eine neue Kultur der Zeit“. Nicht alle seiner Anregungen für ein entspanntes Leben werden dem Untertitel „Gebrauchs­anweisung“ gerecht, doch seine Empfehlungen zur Stressvermeidung machen das wieder wett.

Ein recht lesenswertes Buch, das wie andere Werke des Journalisten Klein einen Spitzenplatz in den Verkaufsstatistiken erreichte.

Stefan Klein – Zeit. Der Stoff aus dem das Leben ist. S. Fischer Verlag, Frankfurt. Gebunden, als Taschenbuch oder als Hörbuch erhältlich.

M. Binswanger – Die Tretmühlen des Glücks

Mai 27th, 2010

Was hat ein Volkswirtschaftler wohl zum Thema Glück zu sagen? Eine ganze Menge, wenn er Mathias Binswanger heißt und Professor in der Schweiz ist.

Wir denken bei Volkswirtschaft an staubige Zahlen, Daten und Kurvenverläufe. Doch mit diesem Material schafft es der Autor, ein bemerkenswertes Buch zu schreiben: über stagnierendes Glücksempfinden und die vier Tretmühlen, die Glück verhindern. Eigentlich sollte sich unser ganzes Tun darauf ausrichten, glücklicher zu sein, individuell wie gesellschaftlich. Doch dem steht laut Binswanger das Glücksparadoxon gegenüber. Trotz steigendem Wohlstand werden wir nicht glücklicher.

Durchdacht, leicht und unterhaltsam zu lesen und mit erstaunlichen Einsichten in gesell­schaftliche Mechanismen, die wachsendes Glück verhindern. Und was können wir dagegen tun? Zehn Strategien zeigen Ausstiegsmöglichkeiten aus Dilemma. Auch diese nicht platt und gemäß dem Zeitgeist wie in vielen Medien, sondern empirisch gestützt, gesellschaftlich reflektiert und endend mit „Förderung der Lebenskunst“.

Mathias Binswanger – Die Tretmühlen des Glücks, Freiburg, 2006, 9,90 €

Der Schreibtisch-Souverän

Mai 27th, 2010

Der klassische Zeitmanager ist ein edler Einzelkämpfer. Er – selten handelt es sich um eine Zeitmanagerin – ist ein älterer Herr, beruflich selbständig und leidlich erfolgreich. In seiner Jugend hat er sich intensiv mit den Klassikern des Zeitmanagements auseinander gesetzt. Den „Großmann“ hat er gelesen, ein mehrtägiges Hirt-Seminar besucht. Auch zu seinem time/system-Zeitplanbuch, das er seit zwanzig Jahren akribisch und mit Freude verwendet, hat er sich schulen lassen.

Seither lenkt er, meist souverän an seinem Schreib­tisch sitzend, seine Geschäfte. Auch seine privaten Angelegenheiten plant er gründlich und geht „nach Methode“ vor. Täglich erlebt er kleine Momente des Glücks, wenn er seinen Tagesplan erfüllt hat.

Mittels seiner Arbeitsmethodik – Zielplanung, Prioritä­tenbildung, Zeitplanung und Ablageplan – bereitet er seinen Erfolg vor, erledigt seine Aufgaben und legt seine Dokumente strukturiert in dicken Ordnern ab.

Doch was im Kopfzerbrechen bereitet, sind seine neue elektronischen Helfer: sein Handy für unterwegs und sein Notebook („Man muss ja mit der Zeit gehen“.) und die immer intensivere und schnellere Kommunikation mit Kollegen und Kunden.

Versucht er mit seinen elektronischen Werk­zeugen sich und seine Arbeit zu organisieren, dann verliert er schnell seine Souveränität. Beruflich ist er abhän­gig von aktuellen Informationen, die er heute („leider“) über E-Mails empfängt oder selbst im Internet recherchiert. Bei einigen seiner Aktivitäten ist er angewiesen auf schnelle Kommunikation mit anderen, auf Aus­tausch, Meinungsbildung und gemeinsame Entscheidung. Dabei geht manches schief, wie er selbst findet. Bei dieser täg­lichen Flut neuer Infor­mationen schwankt er zwischen Organisieren, Abwehren und – manchmal – Aufgeben.

Stößt er im Internet auf Interessantes, speichert er es irgendwo auf seinem Rechner ab. Irgendwo, denn die Ordnerstruktur seines Notebooks ist ihm ungeheuer. Daher druckt der Wichtiges immer aus, um es wenigstens in Papierform in seinem bewährten Ablagesystem „fundsicher“ unter­zubringen.

Blog-Motto

Mai 27th, 2010

„Gehe deinen Weg, und lass die Leute reden.“ Dante – „Besser: Mitreden!“ Hütter

Hallo liebe Besucherin, lieber Besucher!

Mai 27th, 2010

„Selbst-Zeit-Management“- eine Herausforderung in rasanten Zeiten für jeden von uns.

Vor allem geht es um eine Auseinandersetzung mit Selbst- und Zeitmanagement. Und um eine Weiterentwicklung von beidem. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Chancen auf Selbstbestimmung, Lebensgestaltung und Glück wir besitzen. Denkansätze, Methoden und Techniken, Tipps und Literatur dazu werden vorgestellt.

Randbedingung ist die gesellschaftliche Entwicklung mit immer stärkerer sozialer Segmentierung und rasantem technischen Fortschritt. Wie beeinflussen diese Umstände unser Leben?

Ihr Heinz Hütter